Es ist so, als ob man Eiswürfeln beim Schmelzen zusehen würde. Als ob die Stille ertrinken würde im stickigen Kondensat Deines alkoholisierten Atems, die Zeit gerinnt, wird dicker als Blut, gerät in meine Venen. Und Du, nichts ahnender, tötest mich langsam mit deiner Gleichgültigkeit, und ich habe keine andere Wahl, als entkommen, denn ich kann nicht fliehen vor mir selbst. Und du, du kennst meinen Schmerz. Und vielleicht jeden anderen Schmerz. Aber den deinen hast Du überwunden. Und ich reagiere nicht mehr auf den meinen, übertanze ihn, berausche ihn, ersaufe und erfriere ihn. Wie Wasser, meine Lebenszeit verrinnt in meinen Venen, verdampft, steigt gen Himmel und löst sich in alle Ewigkeit auf. Und trotzdem, ein unvorsichtiger augenblick der Einsamkeit, und schon bin ich Dir ausgeliefert, Du bist mein Schmerz, und ich fühle, wie mich mein Schmerz über Dich zerfrisst - weil du unwiderruflich unerreichbar bist. Und über mich, weil ich durch meine Obsession mich selbst unwiderruflich verloren habe. Und, gefangen darin, kann ich nur verdrängend, tanzend und lachend, weil ich sonst untergehe. Ertrinke an meinem eigenen Schmerz.



Und, obwohl schon Nacht, laufe ich durch sie wie frei. So, als ob es Dich und Deinen Schmerz nie gegeben hat. Wie frei von allem, was mich zerfrisst, duch die Ruinen meiner selbst kriecht, an mir nagt, und mich dann in eine Explosion von der Asche des Sommers und dem Totentuch des Winters zieht.

Und, ich, frei, gehe durch diese Totenblässe, ohne Angst, der blaue Schnee spiegelt die Ruine des Mondes, seines Leichenteints, seiner Unendlichkeit. So wie der Mond, so bist Du für mich. Unendlich weit entfernt. Und so unbrauchbar, so vergangen, und trotzdem, wie eine Nostalgie, wie eine liebe Erinnerung, so schön anzusehen und dich in meiner Nähe zu wissen. Winter schlägt sein Totentuch über mich, Sie umschlingt die Natur und erstickt sie in sich selbst, und die Bäume strecken ihre Arme gen tauben Himmel, ihr Ruf bleibt unerhört. So wie meiner nach dir, schwarzer blinder Engel.